Kurzantwort
Wer an einem Tag Piste, Powder, Trees und Sidehits kombinieren möchte und dabei ein Board sucht, auf das bei jedem Wetter und jedem Gelände Verlass ist, landet beim Jones Mountain Twin. Wer sich dagegen am wohlsten fühlt, wenn der Berg zum Spielplatz wird – mit Spins, Butter und lockerem Park-Riding – , findet im Burton Process den passenderen Partner. Beide sind hervorragende Boards, sprechen aber ganz unterschiedliche Fahrertypen an.
Vergleichstabelle
| Kriterium | Jones Mountain Twin | Burton Process |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Fortgeschritten Allrounder | Intermediate bis Advanced Freestyler |
| Shape/Profil | Directional Twin, Hybrid Camber | True Twin, PurePop Camber |
| Flex | Medium bis Medium Stiff | Medium Soft bis Medium |
| Stärken | Vielseitigkeit, Powder, Kontrolle | Pop, Spins, Sidehits, Switch |
| Handling | Ausgewogen, kontrolliert, stabil | Leichtfüßig, verspielt, agil |
| Preis-Leistung | Gehobenes Preissegment – sehr gut als One-Board-Quiver | Gehobenes Preissegment – sehr gut für Freestyle Fans |
Gemeinsamkeiten
Trotz ihrer unterschiedlichen Ausrichtung haben beide Boards einen gemeinsamen Nenner: Sie wollen mehr sein als ein reines Nischenprodukt für eine einzige Disziplin.
- Beide sind Twin-orientierte Shapes, die Switch-Fahren grundsätzlich problemlos ermöglichen
- Beide setzen auf eine Camber-Basis, die für zuverlässigen Pop und Kantengriff sorgt
- Beide eignen sich für den täglichen Einsatz im Resort und nicht nur für einzelne Spezialdisziplinen
- Beide richten sich an Fahrer, die bereits über solide Grundtechnik verfügen
- Beide stammen von Marken mit langjähriger Erfahrung im jeweiligen Segment ihrer Boardphilosophie
Unterschiede im Detail
Design
Schon am Shape lässt sich die unterschiedliche Grundidee ablesen. Das Mountain Twin ist ein Directional Twin mit leichtem Setback und Rocker-Anteilen an Nose und Tail – eine Konstruktion, die klar Richtung All-Mountain-Performance und Powder-Tauglichkeit zielt. Das Process dagegen ist als echter True Twin gezeichnet, komplett symmetrisch und ganz auf die PurePop-Camber-Philosophie von Burton zugeschnitten, deren erklärtes Ziel maximaler Pop bei gleichzeitig spielerischem Handling ist.
Komfort / Handhabung
Im direkten Vergleich zeigt sich schnell, wofür jedes Board konzipiert wurde. Das Mountain Twin bleibt über ein breites Tempo- und Geländespektrum hinweg bemerkenswert ausgeglichen: Der Rocker-Anteil an Nose und Tail erleichtert die Turn-Einleitung, während der Hybrid-Camber-Kern in der Mitte für den nötigen Gegenhalt sorgt. Auch bei wechselndem Schnee – von weichem Mittagsschnee bis zu harten, windgepressten Stellen – bleibt es erstaunlich vorhersehbar. Das Process spielt seine Stärken vor allem bei niedrigerem bis mittlerem Tempo aus – hier lässt es sich beinahe mühelos für Spins, Butter und spontane Tricks aktivieren. Wird das Tempo höher, verliert es merklich an Ruhe und verlangt zunehmend Konzentration, um stabil zu bleiben
Ausstattung
Technisch liegt der Schlüssel zum Verständnis beider Boards im jeweiligen Camber-Konzept. Jones kombiniert beim Mountain Twin Hybrid-Camber mit gezieltem Rocker in Nose und Tail, was dem Board seine überraschend gute Powder-Performance für ein Twin-orientiertes All-Mountain-Board verleiht. Burton setzt beim Process auf PurePop Camber – eine Konstruktion, die bewusst auf maximalen Pop und einfache Ansprache ausgelegt ist, dabei aber bewusst auf zusätzliche Stabilitätsreserven bei hohem Tempo verzichtet.
Leistung
In der Praxis zeigt sich der Unterschied besonders deutlich, sobald Terrain und Bedingungen wechseln. Das Mountain Twin fühlt sich auf der Piste ebenso zu Hause wie zwischen Bäumen, in wechselndem Schnee oder an einem spontanen Powder-Tag – der Setback und die Rocker-Nose sorgen dabei für spürbar mehr Auftrieb, als man von einem Directional Twin erwarten würde. Selbst bei zügigerem Tempo bleibt es angenehm ruhig unter den Füßen und lässt sich nicht so leicht aus der Fassung bringen. Das Process läuft dort zur Höchstform auf, wo Pop und Kreativität gefragt sind: Sidehits, Sprünge, Switch-Riding und spielerische Lines im Park liegen ihm hörbar mehr als das reine Geschwindigkeitsfahren oder anspruchsvolles Powder-Terrain. Wer versucht, das Process wie ein Speed-Board zu fahren, merkt schnell, dass diese Disziplin schlicht nicht seine Kernkompetenz ist.
Preis-Leistung
Beide Boards bewegen sich in einem vergleichbaren, gehobenen Preissegment. Die eigentliche Preis-Leistungs-Frage entscheidet sich hier fast ausschließlich am eigenen Fahrprofil: Wer das Mountain Twin als echtes One-Board-Quiver nutzt, bekommt für sein Geld maximale Vielseitigkeit. Wer das Process konsequent für Freestyle und spielerisches Fahren einsetzt, zieht daraus über die Saison hinweg den größtmöglichen Spaßfaktor.
Für wen eignet sich das Jones Mountain Twin?
Das Jones Mountain Twin eignet sich für fortgeschrittene Fahrer, die ein möglichst vielseitiges Board suchen und damit wirklich den gesamten Berg abdecken möchten.
- Piste, Carving und hohe bis mittlere Geschwindigkeiten
- Sidehits, größere Sprünge und wechselndes Terrain wie Trees
- Gelegentliche Powder-Tage sowie Switch-Fahren
- Fahrer, die nur ein einziges Snowboard für fast alles besitzen möchten
Für wen eignet sich das Burton Process?
Das Burton Process eignet sich für Intermediate- bis Advanced-Fahrer, die den Freestyle-Anteil deutlich höher gewichten.
- Sidehits, Park, Jumps und Spins
- Switch-Fahren und Butter
- Spielerisches Pistenfahren mit Fokus auf Kontrolle statt Speed
- Fahrer, die ein leicht zu kontrollierendes, verspieltes Board bevorzugen
Unsere Empfehlung
Jones Mountain Twin wählen, wenn ...
- du den gesamten Berg fahren möchtest, inklusive Powder und Trees.
- dir Vielseitigkeit und Kontrolle wichtiger sind als reiner Pop.
- du nur ein Board für nahezu jede Situation besitzen willst.
Burton Process wählen, wenn ...
- Freestyle, Spins und spielerisches Fahren im Vordergrund stehen.
- du ein leichtfüßiges, einfach zu kontrollierendes Board bevorzugst.
- dir Sidehits und Park wichtiger sind als High-Speed-Carving.
FAQ
Was sind die größten Unterschiede?
Das Mountain Twin ist ein Directional Twin mit Hybrid-Camber und Rocker-Anteilen, ausgelegt auf Vielseitigkeit und Powder-Performance. Das Process ist ein True Twin mit PurePop Camber, das gezielt auf Pop, Spins und spielerisches Freestyle-Fahren setzt.
Welches Board ist besser für Anfänger?
Beide Boards richten sich eher an Fahrer mit solider Grundtechnik. Das Process lässt sich bei niedrigerem Tempo jedoch besonders leicht kontrollieren und dürfte technisch etwas zugänglicher wirken als das leistungsorientierte Mountain Twin.
Welches Board bietet das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis?
Beide Boards liegen preislich auf ähnlichem Niveau. Wer ein echtes One-Board-Quiver sucht, bekommt beim Mountain Twin das bessere Gegenwert-Verhältnis. Wer konsequent Freestyle fährt, holt beim Process mehr für sein Geld heraus.
Welche Alternative gibt es?
Wer zwischen beiden Charakteren pendelt, sollte sich All-Mountain-Freestyle-Hybride mit moderatem Rocker-Camber-Mix ansehen. Für noch mehr Powder-Fokus als beim Mountain Twin lohnt der Blick auf Directional-Freeride-Boards, für noch mehr Park-Fokus als beim Process auf weichere Jib-orientierte Twin-Modelle.