Vorteile
Schon in den ersten Kurven wird deutlich, worauf Burton beim Process besonderen Wert gelegt hat. Die Stärken liegen klar im spielerischen, kreativen Fahren.
- Sehr hoher Pop dank PurePop-Camber-Konstruktion
- Leichtes, intuitives Handling bei niedrigem bis mittlerem Tempo
- True-Twin-Shape ermöglicht mühelosen Switch-Einsatz
- Ideal für Sidehits, Sprünge, Butter und spontane Spins
- Attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis
Nachteile
Wer weiß, wofür das Process gemacht ist, wird die folgenden Punkte weniger als Schwäche, sondern eher als bewusste Charaktereigenschaft verstehen.
- Bei hohem Tempo und aggressivem Carving weniger stabil als Custom oder Custom X
- Für reines High-Speed-All-Mountain-Fahren nicht die erste Wahl
Technische Daten
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Hersteller | Burton Snowboards |
| Produktkategorie | All-Mountain Snowboard |
| Profil/Shape | PurePop Camber, True Twin, Twin Flex |
| Flex | Medium-Soft bis Medium |
| Zielgruppe | Intermediate bis Expert |
| Einsatzbereich | All-Mountain, Park |
Lieferumfang
Wie bei Custom und Custom X wird auch das Process als reines Board ohne Bindung geliefert, dafür mit fest integriertem The-Channel-System.
Erster Eindruck
Das Process 2027 bringt 2 verschiedene Optiken mit: Bad Dog vs Good Dog. Die Verarbeitung wirkt sehr hochwertig. Kanten, Topsheet und Base machen durchweg einen sauberen und robusten Eindruck. Triax-Fiberglas und gesinterte Base mögen auf dem Papier weniger spektakulär klingen als die Carbon-Konstruktion der Custom-Modelle, fühlen sich in der Praxis aber keineswegs minderwertig an. Der wichtigste erste Unterschied zu Custom und Custom X liegt in der spielerischeren Abstimmung. Beim Flexen fühlt sich das Process deutlich zugänglicher an – weniger wie ein kompromissloses Speed-Board, mehr wie ein Board, das gezielt auf Pop, Tricks und Beweglichkeit ausgelegt ist.
Passform / Handhabung
Das Process wirkt sehr agil und einfach zu kontrollieren, besonders bei niedrigeren Geschwindigkeiten macht das Board viel Spaß und lässt sich leicht für Tricks, Sidehits und Spins einsetzen. Seine Paradedisziplin ist die Piste in Kombination mit Park und Freestyle – Sidehits, Sprünge, Switch, Butter und Spins gehören zu den klaren Stärken. Das Board reagiert leichtfüßig auf Impulse und verlangt deutlich weniger Krafteinsatz als die steiferen Custom-Modelle, was besonders bei kreativen Manövern ein spürbarer Vorteil ist.
Praxistest
Auf der Piste bestätigt das Process schnell seinen Ruf als verspieltester Vertreter der Custom-Familie. Bei niedrigem bis mittlerem Tempo fühlt es sich außergewöhnlich souverän an: Kanten wechseln fast beiläufig, Spins lassen sich mit wenig Vorbereitung einleiten, und auch Butter-Sequenzen gelingen dank des zugänglichen Flexes ohne größeren Kraftaufwand. Genau hier zeigt sich der PurePop-Camber-Gedanke am deutlichsten – das Board gibt spürbar viel Energie zurück, ohne dabei unberechenbar zu wirken.
Steigt das Tempo jedoch merklich an, verändert sich der Charakter des Boards spürbar. Wo Custom und vor allem Custom X auch bei hoher Geschwindigkeit ruhig bleiben, beginnt das Process an dieser Stelle zunehmend an Stabilität zu verlieren. Für aggressives Carving oder anspruchsvolles Off-Piste-Terrain ist das Board entsprechend nicht die erste Wahl. Wer dagegen seinen Tag überwiegend zwischen Park, Sidehits und spielerischem Pistenfahren verbringt, findet im Process einen äußerst zuverlässigen Begleiter.
Verarbeitung und Qualität
Die Qualität wird dem Burton Standard gerecht und das Process wirkt sehr hochwertig. Super Fly II 700G Core, Triax-Fiberglas und gesinterte Base ergeben eine solide, auf Pop und Zugänglichkeit ausgelegte Konstruktion. Auch an Nähten und Laminat zeigt sich die für Burton typische saubere Verarbeitung ohne erkennbare Unregelmäßigkeiten. Das integrierte The-Channel-System funktioniert zuverlässig und lässt sich unkompliziert mit unterschiedlichen Bindungssystemen kombinieren. Ohne die zusätzlichen Carbon-Verstärkungen der Custom-Modelle wirkt das Process insgesamt etwas weniger auf Extrembelastung ausgelegt, was für seinen Einsatzzweck aber völlig ausreichend ist. Nach zahlreichen Sidehits, Sprüngen und Spins zeigten sich weder an Kanten noch am Topsheet nennenswerte Gebrauchsspuren.
Für wen eignet sich das Produkt?
Geeignet für
- Intermediate- bis Advanced-Fahrer mit Fokus auf Freestyle
- Fahrer, die Sidehits, Park, Jumps, Spins und Switch bevorzugen
- Alle, die ein leicht zu kontrollierendes, spielerisches Board suchen
Weniger geeignet für
- Fahrer, die vor allem hohe Geschwindigkeit und aggressives Carving suchen
- Anspruchsvolles Off-Piste- und Powder-Terrain
Preis-Leistungs-Verhältnis
Mit einer UVP von rund 590 € ist das Process das günstigste der drei getesteten Custom-Familienmitglieder und bietet dabei ein sehr rundes Gesamtpaket für seinen Einsatzzweck. Wer überwiegend Freestyle-orientiert unterwegs ist, bekommt hier ein Board, das seinen Preis absolut rechtfertigt. Wer dagegen auf High-Speed-Performance Wert legt, sollte eher zum regulären Custom oder zum Custom X greifen.
Fazit
Das Burton Process Camber überzeugt im Test als genau das, was es sein möchte: ein leichtfüßiger, verspielter Freestyle-Twin mit ordentlich Pop. Wer seinen Tag am Berg lieber mit Spins, Sidehits und spielerischem Pistenfahren verbringt als mit reinem Speed, bekommt hier ein Board, das genau diese Wünsche erfüllt – ohne dabei an Verarbeitungsqualität einzubüßen.
FAQ
Für wen eignet sich das Burton Process?
Für Intermediate- bis Advanced-Fahrer, die Freestyle, Sidehits, Park und Switch-Fahren in den Vordergrund stellen.
Gibt es günstigere Alternativen?
Innerhalb der Custom-Familie ist das Process bereits das günstigste Modell. Wer noch günstiger einsteigen möchte, findet in Burtons weiteren Freestyle-Linien entsprechende Optionen.
Ist das Produkt für Anfänger geeignet?
Burton stuft es als Intermediate-Board ein – für blutige Einsteiger ist es also nicht primär gedacht, dürfte aber dank seines zugänglichen Flexes zu den leichter fahrbaren Modellen im Line-up zählen.
Was unterscheidet das Process vom Custom und Custom X?
Anders als die beiden Custom-Modelle setzt das Process auf True-Twin-Shape und PurePop Camber statt auf einen direktionalen Aufbau, wodurch es deutlich verspielter und switch-freundlicher wird, dafür aber weniger Stabilität bei hohem Tempo bietet.