Kurzantwort
Wer Lust auf entspanntes Erkunden abseits der Piste hat, gerne mal in tieferen Schnee eintaucht und dabei ein fehlerverzeihendes Board unter den Füßen haben möchte, ist mit dem Jones Frontier 2.0 bestens bedient. Wer sich dagegen vor allem für Sidehits, Sprünge und Switch-Fahren begeistert, findet im Burton Process den deutlich verspielteren Partner. Beide Boards haben ihre klare Berufung – und die liegt bei diesem Duell weiter auseinander, als man auf den ersten Blick vermuten würde.
Vergleichstabelle
| Kriterium | Jones Frontier | Burton Process |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Beginner bis Expert | Intermediate bis Advanced |
| Shape/Profil | Directional, Directional Camber/Rocker | True Twin, PurePop Camber |
| Flex | Soft bis Medium | Medium-Soft bis Medium |
| Stärken | Powder, Wechselschnee, Vielseitigkeit | Pop, Switch, Sidehits, Jumps |
| Handling | Leichtgängig, unkompliziert, fehlerverzeihend | Agil, verspielt, trickfreudig |
| Preis-Leistung | Sehr gut als entspannter Freeride-Allrounder | Sehr gut für trickorientierte Fahrer |
Gemeinsamkeiten
So gegensätzlich beide Boards im Kern ausgerichtet sind, ein paar Berührungspunkte gibt es dennoch – schließlich sollen beide auch abseits ihrer jeweiligen Paradedisziplin eine gute Figur machen.
- Beide sind für den täglichen Einsatz im Resort konzipiert und nicht auf eine einzige Nische beschränkt
- Beide bringen ein weiches bis mittleres Flex-Niveau mit, das ein zugängliches Fahrgefühl ermöglicht
- Beide lassen sich problemlos für Sidehits und kleinere Sprünge nutzen
- Beide stammen von Herstellern mit ausgeprägter Formkompetenz in ihrem jeweiligen Fokusbereich
- Beide richten sich an Fahrer, denen ein möglichst unkompliziertes Handling wichtig ist
Unterschiede im Detail
Design
Beim Shape trennen sich die Wege sofort. Das Frontier 2.0 ist ein klar directionaler Freerider mit Rocker-Nose, spürbarem Taper und einer neuen 3D-Contour-Base, die gezielt gegen das lästige Verhaken in wechselndem Schnee entwickelt wurde. Das Process bleibt dagegen ein symmetrischer True Twin, dessen komplette Konstruktion – von der PurePop-Camber-Bauweise bis zur Formgebung – auf spielerisches, beidseitiges Fahren ausgelegt ist.
Komfort / Handhabung
Auf der Piste unterscheiden sich beide Boards im Grundgefühl deutlich. Das Frontier 2.0 lässt sich dank seines weichen bis mittleren Flexes bereits von weniger erfahrenen Fahrern intuitiv steuern und bleibt dabei angenehm nachsichtig, wenn eine Linie mal nicht ganz sauber gelingt. Bei mittlerem Tempo fühlt es sich am wohlsten; wird es deutlich schneller, macht sich der weiche Flex durch spürbare Vibrationen im Board bemerkbar. Das Process punktet dagegen mit einer geradezu spielerischen Leichtigkeit: Kante-zu-Kante-Wechsel, Spins und spontane Richtungsänderungen gehen ihm mühelos von der Hand, wodurch es sich hervorragend für kreative Linien im gesamten Resort eignet.
Ausstattung
Technisch zeigt sich bei beiden Boards, wie konsequent die jeweilige Ausrichtung umgesetzt wurde. Jones stattet das Frontier 2.0 mit Directional Camber/Rocker, einem 5-mm-Taper und der neuen 3D-Base aus – eine Kombination, die gezielt für Auftrieb im Powder und ruhiges Gleiten in wechselndem Schnee sorgt. Burton setzt beim Process konsequent auf die PurePop-Camber-Konstruktion, die vor allem darauf abzielt, möglichst viel Energie in Pop umzuwandeln, ohne dabei an Zugänglichkeit einzubüßen.
Leistung
In der Praxis liegen zwischen beiden Boards nahezu zwei unterschiedliche Welten. Das Frontier 2.0 fühlt sich überall dort wohl, wo der Berg unberechenbar wird: Trees, wechselnde Schneequalität und spontane Powder-Abstecher gelingen ihm dank Taper und Rocker-Nose mit spürbar mehr Reserven, als man von einem so zugänglichen Board erwarten würde. Bei sehr hohem Tempo oder aggressivem Carving stößt der weiche Flex allerdings an seine Grenzen. Das Process dagegen glänzt genau dort, wo Kreativität gefragt ist: Sidehits, Sprünge und vor allem Switch-Fahren zählen zu seinen klaren Stärken, während ihm im tiefen Schnee durch die symmetrische Twin-Form der nötige Auftrieb schlicht fehlt.
Preis-Leistung
Preislich bewegen sich beide Modelle auf einem vergleichbaren, gehobenen Niveau. Der eigentliche Mehrwert entscheidet sich hier ganz klar über den Einsatzzweck: Wer regelmäßig abseits der präparierten Pisten unterwegs ist, bekommt beim Frontier 2.0 ein Board, das genau für diesen Einsatz entwickelt wurde. Wer dagegen vor allem im Park und auf der Piste Tricks sammeln möchte, holt beim Process das bessere Ergebnis aus seiner Investition heraus.
Für wen eignet sich das Jones Frontier?
Das Jones Frontier 2.0 eignet sich für Fahrer vom fortgeschrittenen Einsteiger bis zum Experten, die ein möglichst unkompliziertes Board für den gesamten Berg suchen.
- Piste, All-Mountain und Trees
- Powder und wechselnde Schneebedingungen
- Sidehits und gelegentliche Sprünge
- Fahrer, die nicht ständig aggressiv carven wollen und ein fehlerverzeihendes Board bevorzugen
Für wen eignet sich das Burton Process?
Das Burton Process eignet sich für Intermediate- bis Advanced-Fahrer mit klarem Freestyle-Fokus.
- Park, Jumps und Sidehits
- Spins, Switch und Butter
- Spielerisches Pistenfahren
- Fahrer, die gerne Tricks in ihr normales Resort-Riding integrieren
Unsere Empfehlung
Jones Frontier wählen, wenn ...
- du gerne auch abseits der Piste unterwegs bist.
- dir Auftrieb im Powder und ein fehlerverzeihendes Fahrgefühl wichtig sind.
- du ein möglichst vielseitiges One-Board-Setup für den gesamten Berg suchst.
Burton Process wählen, wenn ...
- du viel springst, Sidehits suchst und gerne Switch fährst.
- dir Pop und Trickfreundlichkeit wichtiger sind als Powder-Performance.
- du aus jedem Streckenabschnitt einen kreativen Spielplatz machen willst.
FAQ
Was sind die größten Unterschiede?
Das Frontier 2.0 ist ein directionaler Freerider mit Taper und Rocker-Nose, der auf Powder und wechselnde Bedingungen ausgelegt ist. Das Process ist ein True Twin mit PurePop Camber, der sich klar auf Pop, Switch-Fahren und Freestyle konzentriert.
Welches Board ist besser für Anfänger?
Jones gibt das Frontier 2.0 offiziell von Beginner bis Expert frei, und der weiche, fehlerverzeihende Flex bestätigt das im Praxistest. Für echte Einsteiger ist es damit die zugänglichere Wahl der beiden Boards.
Welches Board bietet das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis?
Beide Boards bewegen sich preislich auf ähnlichem Niveau. Wer viel im freien Gelände und in wechselnden Bedingungen unterwegs ist, bekommt beim Frontier 2.0 mehr Gegenwert. Wer konsequent Freestyle betreibt, profitiert stärker vom Process.
Welche Alternative gibt es?
Für noch mehr Freeride-Fokus als beim Frontier 2.0 lohnt sich ein Blick auf steifere, stärker directionale Powder-Boards. Wer den Freestyle-Charakter des Process schätzt, aber etwas mehr Stabilität bei Tempo sucht, sollte True-Twin-Modelle mit etwas härterem Flex in Betracht ziehen.