Einzeltest · Jones

Jones Mountain Twin im Test

Das Jones Mountain Twin ist der Allrounder in der Modellreihe und richtet sich an Fahrer, die mit einem einzigen Board möglichst viele Facetten des Bergs abdecken möchten. Die Kombination aus Directional-Twin-Shape, CamRock-Profil und einem ausgewogenen Flex von 6 von 10 macht es zu einem echten One-Board-Quiver: Piste, Sidehits, Park, Switch und Powder funktionieren allesamt überzeugend. Größte Stärke ist genau diese Vielseitigkeit, während es bei absolutem High-Speed-Charging und in sehr tiefem Powder erwartungsgemäß nicht ganz an die spezialisierteren Geschwister aus dem eigenen Line-up herankommt.

Vorteile

Bereits nach den ersten Runs zeigt sich, warum Jones das Mountain Twin als Herzstück der eigenen Modellreihe positioniert. Die Stärken liegen klar in der Bandbreite des Einsatzspektrums.

  • Sehr vielseitig einsetzbar – von der Piste bis zum Park
  • Leicht zu drehen und angenehm zugänglich für unterschiedliche Fahrstile
  • Guter Mix aus Kantengriff, Pop, Auftrieb und Switch-Fähigkeit
  • Hochwertige, nachhaltig orientierte Konstruktion mit Bio Resin und recycelten Materialien
  • Attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis innerhalb der Jones-Modellreihe

Nachteile

Wer sich ganz bewusst in eine Richtung spezialisieren möchte, wird beim Mountain Twin an der einen oder anderen Stelle einen bewussten Kompromiss spüren.

  • Bei sehr hohem Tempo weniger kompromisslos als das Mountain Twin Pro oder das Aviator 2.0
  • Im tiefen Powder nicht ganz so spezialisiert wie das Frontier 2.0
  • Für absolute Speed-Fans eher Einstieg als Endstation

Technische Daten

Merkmal Angabe
Hersteller Jones Snowboards
Produktkategorie All-Mountain Snowboard
Profil/Shape Directional Twin, CamRock
Flex Medium balanced – 6/10
Zielgruppe Beginner bis Expert, insbesondere Intermediate bis Advanced
Einsatzbereich All Mountain, Freeride, Freestyle

Lieferumfang

Wie bei Jones üblich kommt auch das Mountain Twin als reines Board ohne Bindung – diese wird separat erworben. Eine Besonderheit gibt es aber dennoch: Jones liefert die Boards werkseitig bereits mit WEND Natural Wax versehen, sodass man theoretisch direkt losfahren könnte, ohne selbst nachwachsen zu müssen.

Erster Eindruck

Optisch und haptisch vermittelt das Mountain Twin sofort einen hochwertigen, sportlichen Eindruck. Das Design bleibt dabei angenehm zurückhaltend, ohne langweilig zu wirken. Kanten, Topsheet und Base wirken sauber und gleichmäßig verarbeitet – nichts an diesem Board fühlt sich nach Kompromiss an. Die Kombination aus Holzkern, Carbon-Flax-Stringer und Sinterbase spricht schon vor der ersten Abfahrt für eine durchdachte, auf Langlebigkeit ausgelegte Konstruktion. Beim ersten Flex-Test wirkt das Board angenehm ausgewogen – genug Widerstand für Stabilität und Pop, aber nicht so steif, dass es unzugänglich wirkt.

Passform / Handhabung

Das Mountain Twin lässt sich schnell und unkompliziert von Kante zu Kante bewegen und bleibt dabei auch in engeren Turns jederzeit kontrollierbar. Der Rocker-Anteil an Nose und Tail macht das Board deutlich zugänglicher als ein reines Camber-Board und hilft spürbar im weicheren Schnee, während der Camber-Bereich zwischen den Bindungen für den nötigen Gegenhalt sorgt. Gewichtsverlagerungen werden zuverlässig umgesetzt, ohne dass das Board dabei nervös oder unberechenbar wirkt – ein Board, das auch technisch weniger perfekte Turns souverän mitgeht.

Praxistest

Im Testalltag bestätigt sich schnell, warum das Mountain Twin von Jones als zentrales Modell der Reihe positioniert wird: Es fährt sich als sehr ausgewogener All-Mountain-Twin, der sich schnell von Kante zu Kante bewegen lässt, in Turns kontrolliert bleibt und sowohl beim klassischen Pistenfahren als auch bei Sidehits, Sprüngen und Switch überzeugt. Genau diese Bandbreite macht den Reiz des Boards aus – man muss sich morgens nicht festlegen, wohin der Tag führen soll. Selbst nach mehreren Stunden am Stück merkt man kaum Ermüdung, was sich vor allem dem ausgewogenen Flex zuschreiben lässt: Er verlangt genug Einsatz, um nicht langweilig zu werden, überfordert aber auch an langen Tagen nicht die Beinmuskulatur.

Auf präparierter Piste liefert das Board zuverlässigen Kantengriff und einen angenehmen Pop, der sich gut für spontane Sidehits und kleinere Sprünge nutzen lässt. Auch Switch-Fahren gelingt dank der symmetrischen Twin-Grundlage erfreulich natürlich. Sobald das Gelände wechselhafter wird – etwas Powder abseits der Piste, unterschiedliche Schneequalitäten oder Bäume – , zeigt der Rocker-Anteil an Nose und Tail seine Wirkung: Das Board bleibt zugänglich und schwimmt spürbar besser, als man von einem Twin-orientierten All-Mountain-Board erwarten würde.

An seine Grenzen stößt das Mountain Twin dort, wo es bewusst nicht die Speerspitze der Modellreihe sein will: Bei sehr hohem Tempo und aggressivem Carving fehlt im Vergleich zum Mountain Twin Pro etwas an Steifigkeit und Reserven, und im wirklich tiefen Powder zeigt das spezialisiertere Frontier 2.0 noch einmal mehr Auftrieb. Für den überwiegenden Teil eines normalen Skitags am Berg spielt das aber kaum eine Rolle – hier liegt die Stärke klar auf der Seite des Mountain Twin. Auch bei wechselnden Bedingungen, etwa wenn der Vormittagsschnee im Tagesverlauf zunehmend aufweicht, bleibt das Board angenehm berechenbar und verlangt keine ständige Anpassung der eigenen Fahrtechnik.

Verarbeitung und Qualität

Die Verarbeitung an Kanten und Topsheet wirkt sauber, ohne erkennbare Unregelmäßigkeiten. Master Core, Biax Fiberglass und Bcomp Carbon Flax Stringer ergeben in Summe eine Konstruktion, die spürbar mehr bietet als ein reines Einsteiger-Setup. Die Sintered-8000-Base, recycelte Stahlkanten und Bio Resin sind auf Langlebigkeit ausgelegt. Nach mehreren Testtagen zeigen sich weder an der Base noch an den Kanten nennenswerte Auffälligkeiten. Die Materialkombination spricht für ein Board, das auch nach vielen Saisons noch zuverlässig funktionieren dürfte – ein regelmäßiger Blick auf Base und Kanten nach intensiveren Tagen ist dennoch empfehlenswert.

Für wen eignet sich das Produkt?

Geeignet für

  • Fahrer vom fortgeschrittenen Einsteiger bis zum Experten, die ein vielseitiges Board suchen
  • Alle, die Piste, Sidehits, Park, Switch und gelegentlichen Powder miteinander verbinden wollen
  • Fahrer, die nur ein einziges Board für nahezu jede Situation am Berg besitzen möchten

Weniger geeignet für

  • Fahrer, die konsequent maximale High-Speed-Performance suchen
  • Reine Powder-Spezialisten mit Fokus auf sehr tiefen Tiefschnee

Preis-Leistungs-Verhältnis

Mit einer UVP von rund 550 € positioniert sich das Mountain Twin als attraktivstes Modell innerhalb der getesteten Jones-Reihe. Angesichts der hochwertigen Konstruktion aus Holzkern, Carbon-Flax-Stringer und Sinterbase sowie der enormen Vielseitigkeit im Praxiseinsatz ist der Preis absolut gerechtfertigt. Wer nur ein Board für praktisch jede Situation am Berg besitzen möchte, bekommt hier ein sehr rundes Gesamtpaket fürs Geld.

Fazit

Das Jones Mountain Twin bestätigt im Test seinen Ruf als zuverlässiger All-Mountain-Allrounder mit spürbarem Freestyle-Einschlag. Es verbindet Zugänglichkeit, Kantengriff und Pop mit einer erfreulichen Portion Auftrieb im weicheren Schnee und eignet sich damit hervorragend für Fahrer, die an einem Tag möglichst viele Facetten des Bergs erleben wollen. Wer ein einziges, vielseitiges Board sucht, das weder auf der Piste noch abseits davon enttäuscht, macht mit dem Mountain Twin nichts falsch.

FAQ

Für wen eignet sich das Produkt?

Für Fahrer vom fortgeschrittenen Einsteiger bis zum Experten, die ein vielseitiges All-Mountain-Board für Piste, Sidehits, Park und Switch suchen.

Gibt es günstigere Alternativen?

Innerhalb der eigenen Modellreihe ist das Mountain Twin bereits eines der günstigeren Modelle. Wer noch günstiger einsteigen möchte, muss meist bei Materialqualität oder Vielseitigkeit Abstriche machen.

Ist das Produkt für Anfänger geeignet?

Ja, Jones gibt das Board offiziell von Beginner bis Expert frei. Der ausgewogene Flex und der Rocker-Anteil machen es auch für weniger erfahrene Fahrer gut zugänglich.

Was unterscheidet das Jones Mountain Twin vom Mountain Twin Pro?

Das Mountain Twin Pro verschiebt den Grundcharakter deutlich Richtung Performance: mehr Steifigkeit, mehr Stabilität bei Speed und eine direktere Kraftübertragung, während das reguläre Mountain Twin zugänglicher und spielerischer bleibt.